array(39) { ["REDIRECT_SCRIPT_URL"]=> string(41) "/~mediasyn/mswiki/LehreUndForschung/Mbody" ["REDIRECT_SCRIPT_URI"]=> string(72) "http://webuser.hs-furtwangen.de/~mediasyn/mswiki/LehreUndForschung/Mbody" ["REDIRECT_STATUS"]=> string(3) "200" ["SCRIPT_URL"]=> string(41) "/~mediasyn/mswiki/LehreUndForschung/Mbody" ["SCRIPT_URI"]=> string(72) "http://webuser.hs-furtwangen.de/~mediasyn/mswiki/LehreUndForschung/Mbody" ["HTTP_HOST"]=> string(24) "webuser.hs-furtwangen.de" ["HTTP_X_CC_ID"]=> string(8) "ccc02-01" ["HTTP_USER_AGENT"]=> string(48) "CCBot/1.0 (+http://www.commoncrawl.org/bot.html)" ["HTTP_ACCEPT"]=> string(83) "text/html,application/xhtml+xml,text/xml;q=0.9,text/plain;q=0.8,image/png,*/*;q=0.5" ["HTTP_ACCEPT_LANGUAGE"]=> string(14) "en-us,en;q=0.5" ["HTTP_ACCEPT_ENCODING"]=> string(4) "gzip" ["HTTP_ACCEPT_CHARSET"]=> string(30) "ISO-8859-1,utf-8;q=0.7,*;q=0.7" ["HTTP_CACHE_CONTROL"]=> string(8) "no-cache" ["HTTP_PRAGMA"]=> string(8) "no-cache" ["HTTP_X_FORWARDED_FOR"]=> string(14) "38.107.179.220" ["HTTP_X_FORWARDED_HOST"]=> string(15) "verbundlabor.de" ["HTTP_X_FORWARDED_SERVER"]=> string(4) "vena" ["HTTP_CONNECTION"]=> string(10) "Keep-Alive" ["PATH"]=> string(45) "/sbin:/usr/sbin:/usr/local/sbin:/usr/bin:/bin" ["SERVER_SIGNATURE"]=> string(89) "
Apache/2.2.10 (Linux/SUSE) Server at webuser.hs-furtwangen.de Port 80
" ["SERVER_SOFTWARE"]=> string(26) "Apache/2.2.10 (Linux/SUSE)" ["SERVER_NAME"]=> string(24) "webuser.hs-furtwangen.de" ["SERVER_ADDR"]=> string(11) "141.28.2.13" ["SERVER_PORT"]=> string(2) "80" ["REMOTE_ADDR"]=> string(13) "81.169.145.28" ["DOCUMENT_ROOT"]=> string(15) "/srv/www/htdocs" ["SERVER_ADMIN"]=> string(18) "c@hs-furtwangen.de" ["SCRIPT_FILENAME"]=> string(42) "/user/user0/mediasyn/WWW/mswiki/pmwiki.php" ["REMOTE_PORT"]=> string(5) "23286" ["REDIRECT_QUERY_STRING"]=> string(25) "n=LehreUndForschung/Mbody" ["REDIRECT_URL"]=> string(41) "/~mediasyn/mswiki/LehreUndForschung/Mbody" ["GATEWAY_INTERFACE"]=> string(7) "CGI/1.1" ["SERVER_PROTOCOL"]=> string(8) "HTTP/1.1" ["REQUEST_METHOD"]=> string(3) "GET" ["QUERY_STRING"]=> string(25) "n=LehreUndForschung/Mbody" ["REQUEST_URI"]=> string(41) "/~mediasyn/mswiki/LehreUndForschung/Mbody" ["SCRIPT_NAME"]=> string(28) "/~mediasyn/mswiki/pmwiki.php" ["PHP_SELF"]=> string(28) "/~mediasyn/mswiki/pmwiki.php" ["REQUEST_TIME"]=> int(1337700313) }
Media Synthesis Lab | LehreUndForschung / Mbody

LEHRE & FORSCHUNG


DIE LABORE


Sandbox (Hilfestellung)

Search
DE | EN |

<<

Projekte künstlerischer Forschung in Medien, Somatik, Tanz und Philosophie

Die Forschungsgruppe mbody entwickelt Projekte künstlerischer Forschung in Medien, Somatik, Tanz und Philosophie. Sie wurde 2008 von der Tanzphilosophin Mónica Alarcón, dem Philosophen und Psychosomatiker Martin Dornberg und dem Medienarchitekten Daniel Fetzner in Freiburg gegründet.

"The body is our medium for having a world"

Maurice Merleau-Ponty

Die Forschungs- und Arbeitsgruppe „mbody – künstlerische Forschung in Medien, Somatik, Tanz und Philosophie“ möchte sich mit Projekten mit der Frage des Körpers heute beschäftigen. Dazu wählt sie eine Fülle miteinander interagierender Zugangsweisen: künstlerische, insbesondere tänzerische, philosophische, mediale, technische, biologisch-medizinische usf.. Die in Rahmen unserer Projekte befassten Forschungsfragen zielen darauf ab, experimentell, konstruktiv, methodisch, empirisch, künstlerisch und theoretisch zu ergründen, wie sich Körperlichkeiten heute in Interaktionen mit Medien, Kunst, Theorie und gesellschaftlichen (technischen, medizinischen, kulturellen) Praktiken entwickeln und verändern. Dabei wird der Vorrang tradierter Wissenszugänge insb. naturwissenschaftlicher und medizinischer Provenienz infragegestellt zugunsten einer Vielfalt sich ergänzender Wissens-, Wahrnehmungs- und Gestaltungsformen, wobei deren gestaltbildender konstruktiver Charakter im Prozess der Forschung selbst thematisiert bzw. beobachtbar und verhandelbar gemacht werden soll. Dabei ist der Name „mbody“ Programm und zufällig zugleich. Die Körperlichkeit des „(e)mbody“ ist zugleich vorhanden und verschoben, verdeckt. Das e fehlt und ist zugleich präsent. Welches Gedächtnis, welche Körperlichkeit bringt eEs ins spiel? Der Körper der Buchstaben, und unsere Erinnerung an diese? Der mediale, abbildliche, zeichenbezogene Aspekt der Buchstaben, von deren Körperlichkeit? Wie bringt sich diese Körperlichkeit ins Spiel, wo ist sie „aufgehoben“, „aufgebahrt“ (Hegel). In unserem Körper, unserem Geist, unserem Gedächtnis? In der Psyche, im Unbewußten, im eEs (Freud)? In neuronalen Netzen? Im Begriff: „embody“ und der festen Gestalt der Sprache, ihrer Begriffe und von deren endo- und exobegrifflichen Mustern und Bezügen? Doch das Zeichen, das Material, das was das Signung „mbody“ zeigt, ist weniger und mehr zugleich, ein Cyborg, ein Zwitter, ein Hybrid. m steht für weniger und mehr: Deleuze/Guattari sprechen von „n-1“ um neuartige Verbindungen, die mehr sind als „Kopien“ des Alten, zu bezeichnen (Deleuze/Guattari 2002) und Derrida von „Differänz“ (Differance“, Derrida 1980). m könnte my bedeuten, allerdings ohne Besitzanspruch: ebenfalls dekapitiertes, entzogenes, verstelltes „my“. Kopf, Besitz, Sprache, Geist, König, Buchstabe könnten schon immer mit Besitz und einer Form besitzbezogenen Wissens und besitzbezogener Macht, eine „heilige“ Verbindung eingegangen sein.., aber ist diese Verbindung notwendig, Prinzip? Der Körper als erster oder letzter Besitz?

Der Choreograph Michael Langeneckert im MediaSynthesisLab der Hochschule Furtwangen

Oder steht m für: Migration, Medien, Musik, Medizin (alles Themen, mit denen wir uns beschäftigen wollen). Migrantenwissen, nomadisches Wissen, musikalisches Wissen, medizinisches Wissen, jenseits des Königswissens der Wissenschaft, flüchtiges Wissen, flüchtigere Macht. Aber sind dies nicht schon überholte Entgegensetzungen, die die Macht migrierender, musischer, künstlerischer Wissensformationen und deren hybride Potenz wieder begrenzen? m wie Vornamen (mo, ma, da, dada, momo, mama). Oder ALSO „mama“: der Vor-NAME SCHLECHTHIN (oder GUTHIN): „der Name der Mutter“. M wie Materie, Mater-ialität, mater = Mutter. Wo doch das Gesetz (auch des Buchstabens, der Sprache, der Vernunft, der Wissenschaft), so Lacan, durch den „Namen/das Nein des Vaters“ regiert wird (le nom/non du pere). Geht es dann bei „mbody“ im Gegensatz dazu um das Gesetz der Mutter/Materialität?. Sie/es schreibt sich in den Körper ein, ist „prima materia“, erster Körper. Der Körper „ist“ prima Materia, ist prima, prima! Wirklich prima?. Schon hier im Text, der (k)ein Programm ist, stellt sich die Frage des Stils, des Geschmacks, der Kunst, der Grenze/des Jenseits des Textes. Wie delierierend (Deleuze), wie essayistisch (Adorno), wie plastisch (Beuys), wie maschinell-künstlich (Bense) darf Forschung, darf Wissenschaft, darf der-Text-hier-und-jetzt „seyn“ (Heidegger)? Und schon ist über den Status des Denkens, der Forschung, des Text-Körpers, der Art, wie er/sie/es/ES/wir/ihr/sie wahrnehmen und uns gedanklich, wissenschaftlich, künstlerisch bewegen ent-schieden. De-finition, Grenze. Aus. Schiedspruch der Vernunft? Nein Schiedspruch des Körpers, der Konstruktion, der Genese/Genealogie/Genetik. Mit der Frage der Verkörperlichung wird die Frage des Körpers, seiner Mater-ialität und Pater-ialität, seiner Gesetze und ihrer Ränder, seiner Performativität neu gestellt. Sie muß tatsächlich „gestellt“ werden, wie ein gejagtes Tier, ein Verbrecher, wie eine Frage. Sie muß aufgestellt werden wie eine Skulptur oder eine Familienaufstellung in der systemischen Therapie. Sie muß ausgestellt und gezeigt werden, wie ein künstlerisches Objekt. Sie muß inszeniert werden wie eine Choreograpie oder ein Theaterstück. Sie muß komponiert werden, seziert, zusammengefügt, getanzt. Der Zugangsweg, die Inszenierung ist die „message“; wir müssen sie nur zu hören, lesen, tanzen, inszenieren, denken versuchen. Hierbei tritt neben die Vielfalt möglicher Zugangswege und Inszenierungen die Pluralität der befassten Objekte und Subjekte. Das Gesetz der Materialität erlaubt, fordert, setzt, begehrt, liebt, probiert viele Formen, Foren und Themen der Genierierung von Wissens- und Bewegungsformationen aus. Daher präferiert „mbody“ netzartige Veranstaltungs- und Projektformate in Form von Arbeitsggruppen mit wechselnden Kooperationspartnern und in vernetzten, hierarchiefreien Räumen bzw. flachen Formaten, die offen sind für Diskussion und Kooperation, wie sie z.T. in der Struktur des world-wide-web vorgegeben, oder in Form von „user generated conferences“ (BarCamps oder „Unconferences“) praktiziert werden.

Dabei verschwimmt die Grenze von Lehrenden und Lernenden, von Fachleuten und Laien, von Kunstproduzenten und –rezipienten, bzw. diese Grenze wird selber Teil des Projekts und dessen Inszenierung, von Struktur, Prozess, der Skulptur. Sie wird beobachtbar (theoretisch), verhandelbar (praktisch). Gleichzeitig verhandeln die Objekte der Forschungen, der Fragen/Befragungen, die Körper mit. Sie interagieren. Deleuze/Guattari sprechen von Prozessen der "Involution", "einer Form der Evolution, die zwischen Heterogenen abläuft", von "transversalen Kommunikationsformen zwischen hetterogenen Populationen" (Deleuze/Guattari 2002, 325f): "Das Werden ist involutiv, die Involution ist schöpferisch. ... Werdn ist [...] kein klassifikatorischer oder genealogischer Baum. Werfden besteht gewiss nicht darin, etwas nachzuahmen oder sich mit etwas zu identifizieren" (ebd.). Hybride Körper, kybernetische oder somatische Objekte, Grenzgänger und Tänzer der Verkörperung: mbody.

2. Fragehorizont und gesellschaftlicher Kontext

Komplexe Gesellschaften verlangen eine Reflexion auf den epistemischen und pragmatischen Status von Wissen, Erfahrung und Verhalten. Im Rahmen dieser Reflexion müssen die tradierten Begriffe, Praktiken und Institutionen der Generierung von Wissen, von Erkenntnis-, und Verhaltensmustern hinterfragt und in Beziehung zu neuen Formen von „Wahrnehmen und Bewegen“ (V. v. Weizsäcker) gebracht werden. Letztere finden sich partiell einerseits unhinterfragt schon in alltäglichen Praktiken, Institutionen und gesellschaftlichen Bewegungen, andererseits in besonders ausgezeichneten Gebieten, wie der Kunst, neuen Medien aber auch neueren naturwissenschaftlichen Entwicklungen wie der Neurobiologie oder Nanotechnologie. Besonderes Interesse haben im Rahmen dieser Fragestellungen der menschliche Körper, die Interaktionen von Mensch und Maschine und die Rolle neuer Medien erlangt.

a. Körper und Philosophie

Insbesondere der Körper ist spätestes seit den 80er Jahren ein wichtiges Thema nicht nur für die Philosophie, sondern auch für andere Disziplinen wie Soziologie, Literatur und Theaterwissenschaft geworden. Kamper und Wulf nennen dies die „Wiederkehr des Körpers“ (Kamper/Wulf 1982). Ein Grund dafür sind die theoretischen und praktischen Schwierigkeiten einer dualistischen Philosophie, welche das Ich vorrangig mit einem diskursiven Denken identifiziert und alles Körperliche - auch den eigenen Körper - zu einem materiellen Ding niederen Ranges reduziert. Auf die Fülle philosophischer Überlegungen zu diesem Thema kann hier nicht eingegangen werden. Für G. Marcel beispielsweise hat das denkende Ich nicht nur einen Körper sondern „ist“ sein Körper (Marcel 1954). Der eigene Körper ist für ihn Prinzip alles weiteren „Habens“ und kann als solches nicht (nur) von derselben Natur sein wie die zu habenden Dinge. Merleau-Ponty versucht den Nachweis zu erbringen, dass der menschliche Leib nicht nur die Alternative von Ding und Bewusstsein unterläuft, sondern dass auch das gesamte Weltverhältnis primär auf leiblicher Vermittlung beruht (Merleau-Ponty 1966). Hermann Schmitz bezeichnet den Leib als die Gegend, in der man sich selbst „spürt“, ohne ein Sinnesorgan wie Auge oder Hand zu betätigen (Schmitz 1990). Seine Ästhetik hat ihren Ursprung im leiblichen Spüren und sein Begriff der Bewegungssuggestionen erlaubt eine Interpretation der Kunst, welche das leibliche Spüren in "objektiver Gestalt" (d.h. intersubjektiv) erkennen lässt (Schmitz 2007). Bernhard Waldenfels führt den cartesianischen Dualismus von Körper und Geist auf eine schon zuvor liegende Einheit zurück. Der Unterschied zwischen Körper und Geist wird als eine Dissoziation beschrieben, als ein Auseinandertreten von Momenten, die innerlich zusammengehören. Der Leib selbst entzieht sich diesem Dualismus und ist durch eine ambivalente Sinnlichkeit zugleich sinngebend und -empfangend "in der Welt" (Waldenfels 2006). Unser Ich kann gemäß solchen Ansätzen folglich nicht nur ein denkendes, sondern auch oder gar vorrangig als ein leibliches Ich aufgefasst werden. Dadurch gehört das Ich zur Welt und zu deren Körperlichkeit und hat mit Anderen/m zu tun. Die Sinnlichkeit, die Wahrnehmung ist dann kein nur passiv-rezeptiver (Affektion), sondern zugleich auch ein aktiv-sinngebender Vorgang. Eine avancierte Philosophie der Leiblichkeit stellt im Rahmen solcher Überlegungn dem engen Begriff der Rationalität keine Irrationalität entgegen, sondern fordert einen erweiterten Begriff der Rationalität, welcher die Ordnungen der Sinnlichkeit berücksichtigt und diese innerhalb der Prozesse von Denken, Wahrnehmen und Bewegen anerkennt. Dabei wird keine naive philosophische Position vertreten, die von einer transzendentalen Unmittelbarkeit des natürlichen Erfahrungsbewusstseins ausgeht, sondern versucht, die vermittelnde Rolle des Leib-Körpers in der Aneignung von Realität explizit zu machen.

Im Rahmen der hier angedeuteten Kontexte verändernsich die endo- und exobegrifflichen Zusammenhänge, in denen Körper, Denken, Erfahren, Mensch und Welt gefasst werden. Insbesondere die starren Entgegensetzungen zwischen Körper und Geist/Seele, Natur und Kultur, Mensch und Maschine usf. werden hinterfragbar zugunsten neuer Zusammensetzungen, neuer Kontexte von Fragen und Forschen. Dabei befruchten sich Entwicklungen der Computer- und Medientechnologie, der Medizin, in Kunst und Kulturwissenschaften gegenseitig. Diese gegenseitigen Durchdringungsverhältnisse wollen wir mit unserer Arbeits- und Forschungsgruppe „mbody-künstlerische Forschung in Medien, Somatik, Tanz und Philosophie“ aufdecken, befragen, nutzen und transformieren.

Im Prozess dieses „work in Progress“ wird zugleich auch der Status grundlegender Operatoren dieser Forschung befragt, offengelegt und diskutiert, z.B. der von Denken, Begriffsverwendung und –bildung. Theorie verliert dadurch den Status „unbefleckter Erkenntnis“ und reiner Schau, sondern macht ihren praktischen Charakter transparent und verfügbar. Dabei nähert sich Theorie der Praxis, Forschung ihrer Anwendbarkeit an (Rorty 1992). Theorie, Denken, Erkenntnis wird so auf ihre Begrenztheit, ihre Anwendbarkeit, ihren pragmatischen Wert bezogen und damit hin- und aus-gestellt. Der lokale, bereichsbezogene, installativ-performative Charakter von Wissensgenerierung und –verwendung und dessen theoretisch-praktischer Durchdringung fordert neue, künstlerischere Formen von Forschung und Intersubjektivität, welche Theorie in ihrer „plastischen Gestalt“ (Beuys) einsehbar machen, als Auf- und Ausstellung von Gemengenlagen von Werken und Wirkungen, von Subjekten und Objekten.

b. Medien

c. Tanz

Obwohl die Philosophie - insbesondere die Phänomenologie - die Rolle des Körpers innerhalb des Denkprozesses thematisiert hat, ist innerhalb dieses Diskurses die Tatsache, dass der menschliche Körper ein tanzender sein kann, noch nicht genügend berücksichtigt worden. Eine Philosophie des Tanzes wirkt für das Denken zuerst irritierend. Einem Paradox ähnlich scheint dieser Begriff Gegensätze verbinden zu wollen. Denken ist aber genauso wie der Tanz eine Form der Selbstbewegung, die das Gedachte nicht zum Erstarren bringen muss. Denken und Körper unterscheiden und verbinden sich in jedem Gedanken, in jedem Schritt. Das eigentliche Paradox besteht eher darin, ein Denken setzen zu wollen, welches das Gedachte zum Tode erstarrt und einen Tanz, der durch seine Lebendigkeit und Glücklichkeit sich jedem Verstehen entzieht. Für Aristoteles hingegen ist die Verwirklichung eines Vermögens, ob es Gehen oder Denken ist, beglückend. So sagt er in seiner Nikomachischen Ethik:

„Wer sieht, gewahrt (aisthanomai) auch, dass er sieht, wer hört, dass er hört, wer schreitet (badizein), dass er schreitet, und so gibt es für alle übrigen Vermögen ein Gewahren, dass wir sie vollziehen (esti ti to aisthanómenon hoti energou^men), so dass wir, wenn immer wir wahrnehmen, gewahren, dass wir wahrnehmen, wenn immer wir denken, dass wir denken, und dieses gewahrende Bewusstsein, dass wir wahrnehmen oder denken, ist nichts anderes, als dass wir gewahren, dass wir sind [...], zu gewahren, dass man lebendig ist, ist in sich selbst beglückend“. (Nikomachische Ethik 1170 a 29 – 1170 b 3 )

Tanz, Philosophie und Medien

Der Tanz hat im Laufe der Zeit unterschiedliche Formen angenommen. Dementsprechend ist er genauso vielen Interpretationen unterzogen worden. Während das Ballett einen ätherischen transzendenten Tanzkörpers inszenierte (Spitzenschuhe), setzte der Moderne Tanz (barfuß) einen natürlichen, expressiven und individuellen Tanzkörper ins Szene. Tänze sind eine Form vom verkörperten Wissen und dürfen nicht von jeweiligen Diskursen oder kulturellen Einflüssen getrennt betrachten werden;

„Tänze repräsentieren, vermitteln und aktualisieren in spezifischer Form Wissen vom Menschen, das auf jeweils unterschiedlichen historischen und kulturellen Voraussetzungen basiert. Sie sind Darstellungs- und Ausdrucksformen der Menschen, ihrer Verhältnisse zur Welt und ihrer Selbstverhältnisse. In ihnen artikulieren sich differente Sichtweisen und Interpretationen des Menschen und seiner Welt.“ (Brandstetter, Wulff, 2007, S. 10.)

Die künstlerische Verbindung zwischen Tanz und neuen Medien ist Ausdruck dieser Zeit und ihr Beginn geht auf die 60er Jahre zurück. Seit den 90er Jahren ist eine bedeutende Zunahme dieser Tendenz zu beobachten. Zahlreiche Symposien, Festivals, Tagungen und Workshops widmen sich dem Thema Tanz und neuen Technologien. Als Pionier dieser Richtung gilt der Tänzer und Choreograph Merce Cunningham, der von dem Medien-Theoretiker Marshall McLuhan beeinflusst war. Die utopieträchtige Funktion des Modernen Tanzes als Ort der Individualität versus die Entfremdung des Individuums in der Industrie-Gesellschaft scheint in dieser Form nicht mehr gültig zu sein. Cunningham’s Tanzstil ist als inhuman und abstrakt bezeichnet worden. Eine genaue Analyse seiner Arbeit zeigt im Gegensatz dazu, dass eine Wahrnehmungsutopie seinen Choreographien und seiner Tanzästhetik zu Grunde liegt: seine Tänze sollen wahrgenommen statt interpretiert werden. (Vgl. Huschka 2003).

Nicht alle Tänzer und Choreographen teilen Cunningham’s Optimismus in Bezug auf die Medien und seine Wahrnehmungsutopie. Die neuen Medien werden entweder als Gefahr für die menschliche Entwicklung befürchtet oder als Befreiung und Erweiterung des Körpers zu einer neuen taktilen und zerebralen Körperlichkeit eines Gesamtkörpers begrüßt (Evert 2003, S. 22). Der Grund, warum der Tanz im Mittelpunkt der Projekte von mBody steht, ist zum einen, dass der Tanz als Kunst der Bewegung des menschlichen Körpers, den eigenen Körper durch eine Tanztechnik verändert. Ein tanzender Körper ist kein natürlicher Körper mehr, sondern ein durch Technik veränderter. Das ist der Grund, warum mehr als in anderen Künsten die Frage nach dem Verhältnis zwischen Technik und Körper zu einer Wesensfrage des Tanzes selbst gehört (Evert 2003). Zum anderen bietet sich die Tanzerfahrung besonders an, die Wechselwirkungen zwischen Leib-Körper und Medien zu beobachten. Es handelt sich um freie Bewegungen, welche die Interaktion mit den Medien ästhetisch erweitern und dadurch erfassbar machen.

Bibliographie

Aristoteles, Nikomanische Ethik, Brandstetter G./C. Wulf (2007): Tanz als Anthropologie. München. Evert, K. (2003): DanceLab, Zeitgenössischer Tanz und Neue Technologien. Würzburg. Huschka, S. (2003), Merce Cunningham und der Moderne Tanz, Würzburg.

 McLuhan M. (1968): Die magischen Kanäle. Aus dem Englischen (Understanding Media, 1964). Düsseldorf. Wien.

d. Somatik

Der Körper steht heute im Mittelpunkt zentraler gesellschaftlicher und individueller Interessen. Medizin, Wellness- und Gesundheitsindustrien und die Stilisierung und Nutzung des Körpers für individuelle und gruppenbezogene Identitätsbildungen sind führende Kennzeichen unserer postmodern Gesellschaft. Damit ist zugleich eine fundamentale „Medizinalisierung“ (Foucault) und darauf bezogene körperbezogene „Medialisierung“ der Wirklichkeit impliziert, deren Bedeutung kaum unterschätzt werden darf. „mbody“ möchte diese Zusammenhänge beforschen, hinterfragen, nutzen und mit ihnen interagieren. Heute verändern sich zentrale Aspekte moderner Körperlichkeit: Körper und Seele werden zunehmend maschinisiert, die Gegensätze von Naturphilosophie (Begriff des Organismus) und Kybernetik (Steuerungsdenken) werden eingeebnet. Die Seele wird in Teilbereichen körperlicher, materialer aufgefasst, der Körper seelisch-geistiger, wie Entwicklungen der neueren Psychologie und Psychotherapie einerseits und der Neurobiologie andererseits verdeutlichen. In diesem Zusammenhang spielt der mediologische, der ikonographische Raum, in der der Körper (Menschsein, Seele, Denken usf.) inzeniert, präsentiert, performativ konstruiert werden eine zentrale Rolle: welche Präsenz (sprachlich, bildhaft, medial, institutionell) erlangt der Körper? Wie wird er theoretisch, medial, künstlerisch, medizinisch in-Form-gebracht, inzeniert? Die Begrenzung der Zugangswege auf rein natur- oder geisteswissenschaftliche erweist sich als trügerisch. Der Körper „ist“ dann immer nur genau das, was man in ihn inzenatorisch schon hineingesteckt hat. Unser Ziel hingegen ist die Wahrnehmungs- und Gestaltungsvielfalt dieser Inszenierungen zu erhöhen und deren Beobachtbarkeit, deren Bereichshaftigkeit im Prozess der Interaktion mit der Inszenierung zu erfassen und ggf. beeinflussen zu lernen. Mit Luhmann könnte man hier von „Beobachtungen 2. Ordnung“ sprechen, oder genauer von „Wahrnehmungen und Bewegungen 2. Ordnung“. Körper erweisen sich so als zentrale Forschungsgegenstände der Jetztzeit, der Körper als zentrales Objekt und zentrales Subjekt zugleich. Die Grenzen des Körpers, seine Materialität werden heute anders befragbar, sein Status zwischen Tier und Maschine steht infrage, er ist grundsätzlich hybrider Natur. Haraway (2003) spricht von Cyborgs, um den technischen Charakter animalisch-menschlicher-technischer Körper zu qualifizieren, und um die Eindeutigkeit früherer Grenzlinien zwischen Natur, Kultur und Technik infragzustellen. Der Körper ist in der „Technosciene“ angekommen.




TERMINE EDIT



Sommer 2012

12.03.11| Immersive Medien


Winter 10/11

14./15.12| Face On Workshop
22.10.10 | Exkursion zum ZKM


Winter 09/10

30.10.09 | Exkursion zum ZKM


Sommer 09

11.06.09 | Workshop mbody
09.06.09 | Tim Otto Roth
05.05.09 | Impromusical
09.04.09 | Chris Ziegler


Winter 08/09

06.12.08 | Seismic Body Memory


Sommer 08

10.07.08 | fogpatch in Rotterdam

Page last modified on 28.03.2009 | Impressum